Informieren Sie sich in diesem Abschnitt über:
  - Warum ein Welpe aus einer VDH-CCD-Zucht ?
  - Was tun wir für die Gesundheit unserer Hunde ?
  - Sind Ihnen Showerfolge wichtiger als die Erbgesundheit ?


 


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Warum ein Welpe aus einer VDH-CCD-Zucht ?

Sie wollen sich einen kleinen Weggefährten in ihr Haus holen – doch wie bei der Vielzahl an Angeboten den Richtigen finden? Diese oder eine ähnliche Frage stellen sich viele Welpeninteressenten bei der Suche nach ihrem Hund fürs Leben. Hat man sich endlich für eine Rasse entschieden, steht das nächste Problem im Raum – bei welchem Züchter bzw. Verband soll ich kaufen? Es wundert schon sehr, welche Preisunterschiede man dabei finden kann und es kommt schnell die Frage auf, wo liegt der Unterschied? Sind die einen einfach geldgierig und die anderen bescheiden? Oder steckt da mehr dahinter? Oft hören wir die Aussage „wie wollen nur einen Hund, die Ahnentafel brauchen wir nicht“. Warum also einen Rassehund aus einem VDH-Verein mit Stammbaum kaufen?

Wir möchten nun im Folgenden versuchen, Ihnen die Philosophie hinter den VDH-Papieren zu erklären. Sie kaufen nicht das Papier – dass dies die wenigstens Liebhaber wirklich brauchen und darauf wert legen ist nur allzu verständlich. Es ist mehr das, was im Vorfeld hinter den VDH-Papieren steckt und den Welpen dadurch eine Art „Gütesiegel“ gibt. Auch ein VDH-Züchter kann keine Garantien für die lebenslange Gesundheit seiner Welpen geben – das kann niemand! Doch können wir den Welpen einen möglichst guten Start ins Neue Leben bieten und versuchen, durch gezielte Zuchtmaßnahmen die Erbgesundheit unserer Rasse zu verbessern. Zucht bedeutet Verantwortung und wir sind uns dessen sehr bewusst. Viele Voraussetzungen müssen erfüllt werden, bevor ein Welpe VDH-Papiere bekommt, sowohl gesundheitliche als auch haltungsbedingte. Sie müssen im Nachhinein natürlich für sich selbst entscheiden, wo Sie Ihren Liebling kaufen - das bekannte „Bauchgefühl“ spielt dabei eigentlich die entscheidendste Rolle.

Die Abkürzung
VDH steht für „Verband für das Deutsche Hundewesen“ und versteht sich als Dachverein für das kynologische Geschehen in Deutschland. Ihm sind für jede einzelne Rasse wieder Spezial-Vereine untergliedert, die sich speziell um die Belange der jeweiligen Rasse(n) kümmern. Für den Cavalier King Charles Spaniel gibt es in Deutschland 3 Rassehundevereine innerhalb des VDHs: den Cavalier King Charles Spaniel Club Deutschland (CCD), den Internationalen Club für Cavalier King Charles Spaniel (ICC) und den Verband für Deutsche Kleinhundezüchter (VK).

Wir züchten im erst genannten Cavalier-Verein – dem
Cavalier King Charles Spaniel Club Deutschland e.V. (CCD) – und möchten Ihnen den langen Weg und die Rahmenbedingungen für die Zucht in diesem Verein erklären. Transparenz steht dabei für uns an oberster Stelle – haben Sie Fragen, so können Sie sich gerne an uns wenden. Wir werden jede Frage nach bestem Wissen und Gewissen ehrlich beantworten.

Damit ein Welpe Papiere vom VDH-CCD bekommt, lag bereits ein langer Weg hinter dem Züchter und seinen Hunden. Zunächst muss der Eigentümer der Hündin einen
Mitgliedsantrag stellen, bei dem geprüft wird, ob dieser bereits negativ in der Hundezucht aufgefallen ist, nur bei keinen bekannten tierschutzrechtlichen Vorgeschichten erfolgt eine Aufnahme. Entscheidet sich der Eigentümer im weiteren Verlauf für den Wunsch nach einer Zucht, so muss er als Nächstes einen Zwingerschutz beantragen. Im Zuge dieses Verfahrens, muss er seine Sachkunde nachweisen bzw. den Nachweis erbringen, entsprechende Kurse besucht zu haben, um die Verantwortung für Neues Leben übernehmen zu können und gut gerüstet zu sein. Desweiteren wird ein Zuchtwart des Vereins die Zuchtstätte kontrollieren und darauf achten, nur im Falle einer artgerechten Unterbringung seine Zustimmung zu erteilen. Im weiteren Verlauf wird dem Züchter ein besonders geschulter und zuchterfahrener Zuchtwart zur Seite gestellt, der mit Rat und Tat in allen zuchtrelevanten Fragen hilfreich seine Hand reicht und die Zucht im weiteren Verlauf überwacht und kontrolliert.

Doch damit ist der Weg noch lange nicht zu Ende gegangen – bevor ein Hund in der Zucht eingesetzt werden darf, muss er sich zunächst einer
Zuchttauglichkeitsprüfung unterziehen. Hierbei prüft ein Zuchtrichter gemeinsam mit einem CCD-Zuchtwart die phänotypische Eignung für die Zucht. Am Tage der Zuchttauglichkeitsprüfung müssen zudem geforderte tierärztliche Gesundheitsatteste (Herz und PL) vorgelegt werden – nur wenn keine gesundheitlichen Einschränkungen bestehen, wird die Zuchttauglichkeit erteilt. Dabei ist zu erwähnen, dass im CCD Rüden ab einem Alter von 12 Monaten, Hündinnen in Anbetracht der Belastung einer Trächtigkeit erst ab einem Alter von 18 Monaten für die Zucht eingesetzt werden dürfen, das maximale Zuchtalter für Hündinnen liegt bei 8 Jahren. Um einer Hündin genügend Zeit für die Erholung nach einem erfolgreich aufgezogenen Wurf zu geben, sind im CCD nur 2 Würfe innerhalb von 2 Jahren gestattet, hat die Hündin 6 oder gar mehr Welpen aufgezogen, muss ihr eine Pause von mindestens 365 Tagen gegeben werden. Das traurige Bild einer „Gebärmaschine“ werden Sie hier nicht finden!

Die Hündin ist heiß und soll nun gedeckt werden – dabei erfolgt die Rüdenwahl immer
in Absprache mit dem zuständigen Zuchtwart, der mit seinem breiten Wissen besondere Empfehlungen geben kann oder gesundheitliche Bedenken bei der Verpaarung bestimmter Linien äußern kann. Ihm stehen zahlreiche Gesundheitsdatenbanken zur Verfügung und es kann gewährleistet werden, dass auch ein „Neuling“ in der Hundezucht umfassend informiert wird und nicht versehentlich eine vermeidbare Risikoverpaarung eingeht. Auch während der Trächtigkeit und nach der Geburt erfolgt eine umfassende Betreuung durch den Zuchtwart. Im Alter von 8 Wochen müssen alle Welpen geimpft, gechipt, nochmals einzeln durch den Zuchtwart kontrolliert und dieses in einem Wurfabnahmeprotokoll genauestens dokumentiert werden. Eine Abgabe ist erst ab einem Alter von 10 Wochen möglich. Nur bei Erfüllung aller Voraussetzungen werden anschließend für diesen Wurf VDH-CCD-Papiere ausgestellt.

Ein Wurf ohne Papiere muss diese Voraussetzungen nicht erfüllen. Es ist verständlich, dass ein Welpe, der unter diesen strengen Bedingungen gezüchtet wird, sicher etwas teurer ist. Die Entscheidung liegt immer bei Ihnen – unser Tip: Besuchen Sie die Zuchtstätte, unterhalten Sie sich mit den Züchtern und stellen Sie auch „unangenehme“ Fragen, lassen Sie sich stets die Mutterhündinnen zeigen. Es ist normal, dass eine Cavalier-Hündin nach einem Wurf hormonell bedingt abgehaart ist oder die Ohren durch das Spielen mit den geliebten Welpen etwas kürzer als erwartet, der Pflege- und Fütterungszustand sollte jedoch immer perfekt sein. Die Vatertiere können Sie leider nur in Einzelfällen sehen, da die Züchter zumeist nur Hündinnen halten und zum Deckrüden weite Strecken auf sich nehmen.
Kaufen Sie niemals aus Mitleid, denn mit Ihrem Kauf unterstützen Sie die unhaltbaren Zustände in der betreffenden Zucht! Ihr neuer Weggefährte soll Sie für die nächsten 10-14 Jahre begleiten – geben Sie sich und dem Hund einen guten Start ins neue Leben!


Tanja Schumann
Cavaliere du château noblesse

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Was tun wir für die Gesundheit unserer Hunde?
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Wir alle haben ein gemeinsames Ziel: Wir alle wollen fröhliche und vor allem gesunde Cavaliere.
Züchten bedeutet Verantwortung und wir – die Züchter des CCD e.V. – sind uns dieser Verantwortung bewusst und wollen uns dieser auch stellen. Dazu gehört, eventuell auftretende Probleme - wie sie bei Hunden gleich welcher Rasse auftreten können - zu erkennen und diese ggf. durch geeignete Untersuchungen zu überwachen und von der Zucht auszuschließen.
Wie Sie sich sicher denken können, ist dies keine leichte Aufgabe und fordert Umsicht und Sachverstand. Doch wir versuchen unser Bestes im Sinne unserer vierbeinigen Freunde. Im Nachfolgenden geben wir Ihnen eine kleine Übersicht über Krankheiten, die von den Züchtern unseres Vereines beobachtet werden und welche Anforderungen diesbezüglich vom Verein an unsere Zuchttiere gestellt werden und welche Anforderungen wir persönlich im Château Noblesse darüber hinaus ansetzen. Dabei handelt es sich teilweise um Krankheiten, die beim Cavalier mit einer Inzidenz von nur 2-5% auftreten. Doch wie heißt es doch so schön? Problem erkannt – Gefahr gebannt!
 


 

1. Mitralklappeninsuffizienz (MVD)

Hierbei handelt es sich um eine „Undichtigkeit“ der Herzklappe zwischen linkem Vorhof und linker Herzkammer. Bei jedem Herzschlag wird Blut aus der Lunge in den linken Vorhof und die linke Kammer gepumpt. Anschließend muss sich eben diese Mitralklappe schließen, damit in der zweiten Herzaktion das Blut aus der Kammer in den Körperkreislauf gepumpt werden kann. Ist nun diese Klappe undicht, strömt ein Teil des Blutes wieder zurück in den Vorhof und geht damit dem Körperkreislauf in der Austreibungsphase der Kammer verloren. Das Herz muss also öfter schlagen, um die gleiche Blutmenge vom Lungen- in den Körperkreislauf zu transportieren.
Wie kommt es nun zu dieser undichten Stelle? Die häufigste Ursache ist eine Mitralklappenendokardose, bei der sich die Klappenränder verdicken, damit verkürzen und nun nicht mehr die vollständige Öffnung abdecken können. Eine weitere mögliche Ursache ist die Degeneration der Klappenfäden, die für das Öffnen und Schließen verantwortlich sind und dafür sorgen sollen, dass die Klappen bei Schluss in einer Waagerechten gehalten werden. Nur in dieser Waagerechten kann die maximale Länge erreicht werden und die Öffnung komplett verschlossen werden. Die Mitralklappeninsuffizienz ist die häufigste Herzerkrankung des Hundes. Die Prävalenz steigt mit zunehmendem Alter, ca. 10% aller 5 bis 8 jährigen, ca. 25% aller 9 bis 12 jährigen und 35 % aller über 13 jährigen Hunde sind betroffen. Beim Cavalier King Charles Spaniel tritt nun die Besonderheit auf, dass diese degenerativen Veränderungen bereits in früherem Alter auftreten, als bei anderen Kleinhunderassen und dadurch eine höhere Prävalenz zu erwarten ist. Die VDH-Zuchtvereine arbeiten bereits seit Jahren an der Bekämpfung dieser Erkrankung, mit ersten Erfolgen. So konnte der Prozentsatz der bereits in frühen Jahren an MVD erkrankten Cavaliere erheblich gesenkt werden. Doch sind wir uns bewusst, noch ein großen Stück vor uns zu haben und wir weiter hart an der Bekämpfung dieser Erkrankung des Cavaliers arbeiten müssen.

Zuchtbestimmungen im CCD:
Alle Hunde, die zur Zucht eingesetzt werden, müssen
regelmäßig mittels Auskultation und / oder Herzultraschall auf MVD untersucht werden. Dabei müssen Rüden einmal im Kalenderjahr, Hündinnen max. 4-6 Wochen vor einem geplanten Deckakt untersucht werden. Das Ergebnis der Auskultation wird in einem vom CCD entwickelten Herzpass eingetragen, der bei jeder Zuchtverwendung dem Zuchtbuchamt vorgelegt werden muss. Zusätzlich werden Herzpässe an alle im CCD eingetragenen Welpen ausgegeben, um einen möglichst großen Rücklauf von Liebhabertieren zu bekommen und so die einzigartige Möglichkeit zu erhalten, Zuchtlinien bezüglich ihrer Herzgesundheit zu bewerten und besonders gefährdete Verpaarungen vermeiden zu können.

Unsere eigenen Bemühungen im Château Noblesse:
Unsere Zuchttiere werden alle
mindestens einmal jährlich auf MVD untersucht. Dabei setzen wir nur Tiere mit dem Befund "frei von Herzgeräuschen" bzw. "kein bzw. ein geringgradiger (über 4 Jahre) Reflux" zur Zucht ein. Desweiteren achten wir bei der Wahl unserer Deckrüden besonders auf den Herzstatus der Vorfahren bzw. falls dieser nicht bekannt ist, nutzen wir kardiologisch untersuchte Rüden über 5 Jahren.
 


 

2. Patella-Luxation (PL)

Die Kniescheibe (lat. Patella) liegt normalerweise in einer Gleitrinne im Oberschenkelknochen. Bei einer PL „rutscht“ nun die Kniescheibe aus dieser Gleitrinne und führt bei Überquerung des Rinnenrandes zur Abnutzung der Knorpeloberfläche und damit zu Schmerzen, Arthrosen und Lahmheiten. Betroffene Tiere zeigen dabei z.T. ein charakteristisches Hüpfen, um das Bein, bei dem die Patella luxiert ist, zu entlasten. Rutscht die Patella wieder in ihre Rinne zurück, wird das Bein wieder normal belastet.

Zuchtbestimmungen im CCD:
Jeder Hund muss vor Zuchtverwendung auf
PL untersucht werden (Mindestalter: 12 Monate). Es dürfen nur PL-freie Tiere zur Zucht eingesetzt werden.

Unsere eigenen Bemühungen im Château Noblesse:
Unsere Zuchttiere werden alle
mindestens einmal auf PL untersucht. Wird der Hund zusätzlich auf HD geröntgt, erfolgt dabei zusätzlich noch eine röntgenologische Auswertung der Patella. Es werden nur PL-freie Tiere zur Zucht eingesetzt.
 


 

3. Syringomyelie (SM) & Arnold Chiari Maldeformation (CM)

Diese Krankheit ist keine „neue“ Krankheit, auch wenn sie erst seit Kurzem durch neuerliche wissenschaftlich Erkenntnisse in die Diskussion gekommen ist. Zuvor oft als individuelle „Macke“ bezeichnet, wissen wir heute, dass es bei der SM infolge einer Störung der Gehirnflüssigkeitszirkulation zu einer Bildung von flüssigkeitsgefüllten Hohlräumen im Rückenmark kommt. Betroffene Hunde zeigen z.T. eine Sensibilität im Nackenbereich und ein vermehrtes scheinbares Kratzen am Ohr auf zumeist einer Seite. Dabei berühren die Hunde in den meisten Fällen ihr Ohr nicht richtig und bei Kontrolle der Ohren kann keine diesbezügliche Ursache gefunden werden. Das Problem in der Erkennung der Erkrankung besteht in der Vielfältigkeit der Symptome, die von dem beschriebenen typischen Schein-Kratzen bis hin zu unspezifischen Lahmheiten oder einer gekrümmten Körperhaltung reichen. Das Wissen um die Entstehung und den Erbgang dieser Erkrankung ist leider noch lückenhaft, es wird jedoch mit dem heutigen Datenmaterial davon ausgegangen, dass ca. 3 – 5 % der Cavaliere im Laufe ihres Lebens mehr oder weniger stark ausgeprägte Symptome ausbilden.
Ein in Zusammenhang mit der Syringomyelie oft benutzter Begriff ist die sogenannte "Arnold Chiari-Malformation (CM)". Dabei muss deutlich darauf hingewiesen werden, dass diese Erscheinung in Zusammenhang, jedoch auf keinen Fall gleichzusetzen ist mit dem oben genannten Geschehen der Syringomyelie ! Bei der CM ist der hintere Teil des Schädels im Verhältnis zu den anderen knöchernden Strukturen kleiner ausgebildet. Dabei kommt es teilweise zu einer mehr oder weniger starken Verlagerung des Kleinhirns in das Hinterhauptsloch. Diese Besonderheit findet sich bei vielen brachicephalen Kleinhunderassen - wie z.B. Chihuahua, Yorkshire Terrier, Malteser, Zwergpudel, King Charles Spaniel, Französische Bulldogge und eben leider auch bei unseren Cavalieren. Durch bildgebende Verfahren wie CT und MRT können heute diese Veränderungen detektiert werden, die früher noch unbekannt waren. Bei Untersuchungen von hunderten Cavalieren konnte diese Besonderheit des Knochenschädels leider bei 95% der Cavaliere gefunden werden. In den folgenden Jahren werden Testverpaarungen und weitere Untersuchungen zeigen, in wiefern dies züchterisch angegangen werden kann. Ohne das ohne Frage vorhandene Problem kleinreden zu wollen, sei jedoch nochmals deutlich darauf hingewiesen, dass eine CM keinesfalls unbedingt eine SM bedingt und schon lange nicht zwangsläufig zu Problemen bzw. Symptomen bei betroffenen Hunden führt ! Das zeigen schon alleine die Prozentsätze der betroffenen Tiere - 95% zeigen eine Chiari-Maldeformation, jedoch zeigen - zum Glück ! - nur ein Bruchteil davon auf dem MRT eine Syringomyelie und "nur" 3-5 % zeigen Symptome. Ohne Frage, sind es eindeutig 3-5 % ZUVIEL und es ist an uns, geeignete Zuchtmaßnahmen zur Bekämpfung der SM / CM auf den Weg zu bringen. Die ersten Zuchtmaßnahmen wurden bereits 2005 auf den Weg gebracht und die Zuchtvereine des VDH sind weiter bemüht, diese zu verfeinern und zu verbessern - immer im Bestreben zur Verbesserung der Gesundheit unserer geliebten Rasse. Weitere Informationen zu diesem Thema können in der Arbeit von Dr. Martin Deutschland gefunden werden, "MRT-gestützte morphometrische und anatomisch-histologische Untersuchungen der Chiari-Missbildung bei der brachiozephalen Hunderasse „Cavalier King Charles Spaniel“. Bei Interesse kann ich Ihnen eine Kopie dieser Arbeit gerne zur Verfügung stellen.

Zuchtbestimmungen im CCD:
Hunde mit
neurologischen Auffälligkeiten sind von der Zucht auszuschließen. Die Daten von tierärztlich bestätigten Fällen werden gesammelt und die Informationen an die Zuchtwarte weitergeleitet. Durch ein umfangreiches Schulungs- und Informationssystem werden Züchter des CCD vor geplanten Verpaarungen über mögliche bekannte Risiken informiert und besonders gefährdete Verpaarungen vermieden. Durch eine intern angelegte Studie konnte nachgewiesen werden, dass die intensiven Bemühungen der VDH-Vereine in den vergangenen Jahren zu einer deutlichen Reduktion von Verpaarungen mit gefährdeten Ahnen führten - durch Aufklärung und Datensammlung, Kennzeichnung von bekannten Tieren und deren Elterntiere finden sich heute nur noch wenige solcher Tiere in den Ahnentafeln, attestierte Neuerkrankungen konnten ebenfalls deutlich reduziert werden. In Zusammenarbeit mit Genetikern des VDH wird es auch in Zukunft eine Weiterentwicklung der Zuchtprogramme des CCD geben.

Unsere eigenen Bemühungen im Château Noblesse:
Einen großen Teil unserer Zuchthunde haben wir bereits
mittels MRT auf Syringomyelie gescannt und werden diese Bemühungen weiter ausbauen. Leider ist diese Untersuchung stets mit einer Vollnarkose verbunden und wird derzeit nur in sehr weit entfernten Kliniken (Holland und Gießen) angeboten. Trotzallem ist unser langfristiges Ziel, die Kontrolle all unserer Zuchttiere. Wir danken dabei sehr unseren zahlreichen Welpenkäufern im Ausland, die ihre Tiere ebenfalls untersuchen lassen und uns die Ergebnisse zwecks zusätzlicher Beurteilung der Nachzuchten freundlicherweise zur Verfügung stellen. Desweiteren achten wir bei der Wahl unserer Deckrüden neben den anderen Gesundheitsparametern auch auf den SM-Status der Vorfahren bzw. des Hundes selbst und meiden eine besondere Häufung von Risikofaktoren.
 


 

4. Augenerkrankungen

Beim Cavalier scheinen Augenerkrankungen, vor allem Retinadysplasie und erblich bedingter Katarakt, im Gegensatz zu den drei vorgenannten Erkrankungen eine eher untergeordnetere Rolle zu spielen. Auch wenn eine Untersuchung im CCD nicht verpflichtend ist, so haben wir doch für uns persönlich entschieden, unsere Deckrüden generell auf Augenerkrankungen zu untersuchen, unsere Hündinnen stichprobenhaft. Nur mit dieser relativ einfach durchzuführenden Untersuchung können wir gewährleisten, dass wir ein eventuell einmal aufkeimendes Problem rechtzeitig erkennen. Die Ergebnisse der freiwilligen Augenuntersuchung werden direkt vom untersuchenden Tierarzt verpflichtend an das Zuchtbuchamt gemeldet und der Befund in die Papiere aller Nachkommen übernommen. Für die Untersuchung sind daher nur besonders qualifizierte und vom VDH benannte Augenspezialisten zugelassen. Hunde mit die Sehkraft beeinträchtigenden erblichen Augenerkrankungen sind von der Zucht ausgeschlossen.

Unsere eigenen Bemühungen im Château Noblesse:
All unsere Deckrüden werden auf
erbliche Augenerkrankungen untersucht, die Hündinnen stichprobenhaft. Dabei setzen wir nur Tiere mit dem Befund "frei erblichen Augenerkrankungen" zur Zucht ein.
 


 

5. Hüftgelenksdysplasie (HD)

Bei dieser vor allem bei schwergewichtigen Rassen vorkommenden Fehlentwicklung des Hüftgelenkes kommt es zu einer abnormalen Beweglichkeit des Hüftgelenkkopfes in der entsprechenden Gelenkspfanne. Dies führt zu Arthrosen und Schmerzhaftigkeiten und kann auch bei kleinen Hunden zu Lahmheiten unterschiedlichen Grades führen. Flächendeckende jahrelange Untersuchungen beim Cavalier haben gezeigt, dass die HD kein Hauptproblem unserer Kleinhunde ist, eine weitere Beobachtung jedoch notwendig erscheint. Auch wenn die Untersuchung auf HD im CCD nicht verpflichtend ist, so werden auf freiwilliger Basis geröntgte Tiere durch einen entsprechenden Vermerk in den Ahnentafeln der Nachkommen honoriert und die Untersuchung angeregt. Hunde mit mittlerer (HD-D) und schwerer HD (HD-E) werden sofort aus der Zucht ausgeschlossen.

Unsere eigenen Bemühungen im Château Noblesse:
Stichprobenhaft werden unsere Zuchttiere
auf das Vorliegen einer Hüftgelenksdysplasie (HD) geröntgt, zumeist in Kombination mit der MRT-Untersuchung auf Syringomyelie, um den Hunden nicht eine weitere Vollnarkose zumuten zu müssen. Es werden nur Tiere mit HD-A (frei) und HD-B (frei - Übergangsform) zur Zucht eingesetzt.
 



Wir hoffen, Ihnen einen kleinen Einblick in unsere Bemühungen rund um die Gesundheit unserer geliebten Cavaliere gegeben zu haben. Auch wenn wir keine Orakel sind und nicht in die Zukunft blicken können, so wollen wir doch versuchen, unseren Welpen bestmögliche Voraussetzungen für ein langes und gesundes Hundeleben mit auf den Weg zu geben. Für Fragen gleich welcher Art, stehen wir Ihnen selbstverständlich jederzeit zur Verfügung und geben gerne Auskunft über die Gesundheitszertifikate unserer Zuchttiere. Fragen Sie den Züchter Ihrer Wahl - seriöse Züchter werden Ihre Anfragen stets ehrlich und offen beantworten. Sie sollten nicht immer nur nach dem Welpenpreis schauen, es ist eine Entscheidung fürs Leben. Beachten Sie daher das bekannte Sprichwort: Augen auf beim Welpenkauf !


Tanja Schumann
Cavaliere du château noblesse

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Sind Ihnen Showerfolge wichtiger als die Erbgesundheit ihrer Hunde ?


Im Zuge von öffentlichen Berichten, die z.T. sehr einseitig recherchiert und mit dem Wunsch um Einschaltquoten z.T. mehr als reißerisch formuliert wurden, möchten wir Ihnen diese Frage ganz offen und ehrlich beantworten. Die Antwort ist simple und einfach:
Selbstverständlich nicht ! Sagen ja alle, werden Sie sich jetzt sicher denken und wir können Ihre negative Einstellung teilweise sogar verstehen.

Wie bereits im vorangegangenen Abschnitt ausführlich erklärt, stellen wir an unsere Zuchttiere weit höhere Anforderungen, als sie vom Verband eigentlich gefordert werden. Zugegeben, wir mögen es, an Hundeausstellungen teilzunehmen, das Treffen mit gleichgesinnten Freunden der Rasse, das Ergötzen an besonders schönen und gepflegten Tieren ist zu einem Teil unseres Lebens geworden. Auf der anderen Seite muss man aber auch ehrlich und offen zugeben, dass nicht alle unserer erfolgreichen Showhunde nachher wirklich in die Zucht gegangen sind. Erfüllen sie nicht unsere Anforderungen an die Gesundheit, so werden sie - egal wie viele Pokale sie nach Hause gebracht haben - von der Zucht ausgeschlossen. Desweiteren achten wir bei dem Import von Zuchttieren nicht nur auf den Phänotyp, sondern schauen auch besonders auf die Ahnentafel und die damit verbundenen Gesundheitsparametern. Dies ist natürlich nur möglich, wenn man sich mit Ahnentafeln und Zuchtlinien auch im Ausland vertraut gemacht hat und dieses Wissen stetig erweitert. Ein ehrlicher Umgang miteinander ist dabei oberstes Gebot. Bei der Wahl unserer Deckrüden fahren wir z.T. tausende Kilometer, um den für die jeweilige Hündin passenden Partner zu finden. So erweitern wir nicht nur unseren Genpool sondern können so aus einer Vielzahl von Rüden gezielt aussuchen und hoffen auf eine gesunde und vitale Nachzucht.

Da einige unserer Welpen auch wieder in Züchter- / Ausstellerhand gehen, bekommen wir eine weitere tolle Möglichkeit zur Überprüfung unserer Nachzuchten: Tiere, die wiederum in die Zucht gehen sollen, werden selbstverständlich wieder von ihren neuen Besitzern gesundheitlich auf den Kopf gestellt und uns werden eben diese Daten zur Verfügung gestellt. Ich sehe es als entscheidenden Vorteil, da wir dadurch einen vielschichtigen Einblick auf den "Genotyp" unserer Zuchttiere erhalten können. Ein herzliches Dankeschön an die Besitzer dieser Hunde, dass sie uns ihre Informationen zur Verfügung stellen und uns damit in der Weiterzucht eine entscheidende Hilfe leisten. Da wir immer bestrebt sind, den Kontakt zu unseren Lieblingen zu wahren, binden wir selbstverständlich auch die Ergebnisse der jährlichen Gesundheitschecks der Liebhabertiere in unsere Zuchtentscheidungen mit ein.

Zu einem guten Showhund gehören nicht nur seine genetischen Anlagen. Oh nein ! Es steckt auch viel Freude und Arbeit in der richtigen Aufzucht, der Pflege, der richtigen Bewegung und des Trainings des jeweiligen Hundes. Es ist gerade dieser Teil, der uns besonders liegt und uns größte Freude bereitet. Es gibt gute Züchter hier wie da, schlechte Beispiele hier wie da. Machen Sie sich am besten selbst ein Bild vom Züchter Ihrer Wahl und sprechen Sie offen und ehrlich Ihre Wünsche und Gedanken an.

Trotz aller Freude über Ausstellungserfolge steht bei uns - wie seit Anbeginn unserer Zucht - weiterhin die Zucht von gesunden, fröhlichen Cavalieren an erster Stelle. Liebhaber-Familien sind bei uns ebenso herzlich willkommen, wie liebevolle, seriöse Züchter. Für uns ist es das schönste Gefühl, einen unserer Lieblinge auf einer kuscheligen Couch sitzen zu sehen - ob er nun später einmal eine Showkarriere einschlagen wird oder nicht, ist für uns dabei vollkommen uninteressant.


Tanja Schumann
Cavaliere du château noblesse